Schleierwald

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Der Schleierwald ist ein großer Mischwald in der Nähe des kleinen Küstendorfes Haven. Seit Jahrhunderten erzählen sich die Dorfbewohner Geschichten über den Wald, in den denen der Legende nach der Geist einer jungen Frau hausen soll.

Geographie

Etwa eine halbe Stunde Fußmarsch von Haven entfernt verstreckt sich der Schleierwald über ein großes Gebiet. Selbst geübte Wanderer benötigten wegen des unebenen Waldbodens, dessen Vertiefungen von Moos verborgen sind, und der eng stehenden Bäume mit ihren dicken Wurzeln zur Durchquerung einen halben Tag. Im Schleierwald wachsen neben Kiefern und Tannen vor allem Eichen, Buchen und Birken. Wegen der dicht gedrängten Baumkronen gelangt selbst tagsüber kaum Licht auf den Waldboden, deshalb es dort nur wenige Blumen und Beerensträucher gibt. Es Großteil des Waldbodens ist von Moos bedeckt, auf dem vereinzelt Pilze wachsen.

Geschichte

Die Bewohner von Haven meiden den Schleierwald bewusst, da in ihm immer wieder Leichen von Reisenden gefunden werden. Steif und kalt, mit aufgerissenen Mündern und trüben Augen finden sich oft Wanderer, die ein nächtliches Lager aufgeschlagen hatten und im Schlaf den Tod fanden. Da der eigentliche Grund, die Weißhørnspinne, den Bewohnern verborgen bleibt, haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele Mutmaßungen und Legenden entwickelt. So geben die Dorfbewohner von Generation zu Generation die Geschichte der Kaufmannsbraut weiter, um ihre Kinder vom Wald fernzuhalten.

Die Geschichte der Kaufmannsbraut

Einst lebte eine junge Maid in Haven, mit Haar so golden wie die Morgensonne und so glänzend wie die reinste Seide. Ihr Blick zauberte die Männer, ihr Lachen brachte Freunde für die Kinder und ihr Gemüt stimmte selbst die eifersüchtige Ehefrau gut. Doch trotz ihres Aussehens war die Maid von bescheidener Natur, weder gierig noch hochmütig noch eitel. Die Verehrer kamen von Weit, brachten Kleider, Gold und Schmuck, und versuchten so das Herz der Maid zu erobern, doch sie wies jeden einzelnen von ihnen ab, denn ihr Herz gehörte einem Bauernknaben, mit nicht mehr als die Lumpen auf seiner Haut. Die beiden liebten sich und wanderten oft durch den Wald, wo sie einander ewige Liebe versprachen.

Doch der Vater der Maid war von gänzlich anderer Natur. Einst kam ein Kaufmann, mit Schiffen voll Gold nach Haven, und versprach dem Vater die Schätze, die sie trugen, für die Hand seiner Tochter. Der Vater willigte ein und so war die Maid gezwungen, all ihr Glück zu verlassen und an die Seite des Kaufmanns zu treten. Ihr Verlobter war zornig, schlug für jeden Blick, den die Männer ihr zuwarfen und verurteilte sie für ihre offene Schönheit. Am wütendsten wurde jedoch immer dann, wenn die Maid dem Bauernknaben einen Blick schenkte. Am Tage der Hochzeit zwischen dem Kaufmann und der Maid suchte er sie in ihrem Zimmer auf, denn sie kam zu spät zur Trauung. Als er erfuhr, dass sie Schwanger vom Bauernknaben war, schlug und prügelte er sie bis ihr die Flucht gelang. Sie rannte den Wald, zu dem Ort, wo sie und der Bauernknabe sich die Liebe bekundet hatten und sank dort an einen Baum. Der Kaufmann rief das Dorf zusammen und sie durchstreiften den Wald. Erst als der Mond sein Licht enthüllte, fand man sie, am selben Baum und ohne Leben. Das ganze Dorf trauerte, nur der Kaufmann nicht, denn er hatte sein Vermögen verschwendet.

Getrieben durch den Zorn des Kaufmanns fand die Maid selbst im Tod keine Ruhe. Um sich zu rächen folgte ihr Geist den Kaufmann bis sein Gemach, wo sie ihm im Schlaf die Seele entriss. Erst am nächsten Morgen fand man den Kaufmann, kalt und steif, mit aufgerissenem Mund und Augen voller Entsetzen. Der Geist der Maid hingegen kehrte in den Wald zurück, wo sie jede Nacht auf die Lebenden wartet und ihnen die Seele entreißt.