Lintwyrm

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Ein Lintwyrm (♀) in drohender Haltung

Der Lintwyrm (Megacerta Tiliadomensis) ist ein vor allem in der nördlichen Hemisphäre verbreitetes Reptil aus der Familie der Riesenechsen (Megacertidae).

Merkmale

Der Lintwyrm erreicht eine Länge von 4 bis 6 m. Durch den bei dieser Art stark ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus kommt es vor, dass männliche Exemplare nur halb so groß werden wie ihre weiblichen Artgenossen. Aufgerichtet (Drohgebärde) erreichen Weibliche Tiere eine Höhe von 2,5 m. Die Farbe des Körpers kann regional variieren. Typisch sind Farbtöne wie Grün, Grau, Blau und Braun. Der Schlangenartige Körper ist in Kopf, Hals, Rumpf mit Flügeln, Abdomen und Schwanz unterteilbar. Der Kopf ist natternartig mit pelzigem Bewuchs in der Gesichtspartie an dem ansonsten völlig schuppigen Haupt. Die fächerartigen Fortsätze (Drakenwedeln) dienen vorrangig der intraspezifischen Kommunikation. Die Halspartie ist von einem pelzigen Nackenkamm gekrönt. Der Rumpf besteht aus einem erstaunlich massiven Brustkorb, sowie einem paar aufspannbarer Flügel. Diese sind am Ende des unteren Handgelenks mit rudimentären Klauen besetzt. Das Abdomen zieht sich bis zur Kloake an der Unterseite des Körpers. Der Schwanz gleicht dem einer Schlange.

„Er sieht aus wie eine Schlange. Aber mit Flügeln. Eine Schlange mit Flügeln.“ - Ulfbert Trønsier, Axtkämpfer


Lebensweise

Lintwyrmer halten während der harten Winter der nördlichen Hemisphäre Winterruhe. In den Monaten davor legen sie sich einen Vorrat aus Früchten und toten Tieren an, den sie in ihrem Bau horten. Als Wohnstätte dienen zumeist hohle Stämme großer Bäume, wobei gerade die Nordmanns-Linde (Tilia nordmanniana) genutzt wird. Bei schönem Wetter nimmt der Lintwyrm am Morgen ein Sonnenbad, um den wechselwarmen Körper schneller aufzuwärmen.

„Jetzt liegt der da so rum. Macht der auch mal was? Ich geh da jetzt hin und pieks den.“ - Skørn Elafson, Bauer †

Während der Nahrungssuche bewegt sich der Lintwyrm sowohl am Boden, als auch in der Luft. Er bevorzugt keine bestimmte Nahrung. Stattdessen gelangt alles in sein Maul, das als organisch erkannt wurde und weniger als 50 Kilo wiegt. Bei einer Bedrohung stellt sich der Lintwyrm hoch auf und hebt die Drakenwedeln bis sie aufrecht stehen. Im Kampf werden sowohl das Maul als auch der kräftige Schwanz des Lintwyrm als Waffen eingesetzt.


Fortpflanzung

Nach der ersten Häutung (etwa Ende April) beginnt die Paarungszeit, die bis Ende Juni andauert. Treffen Weibchen aufeinander, kann es zu ritualisierten Droh- und Imponiergebärden kommen. Fühlt sich das Männchen (graue Drakenwedel) noch nicht paarungsbereit, wird es vom Weibchen gebissen und so versucht, es festzuhalten. Die anschließende Vereinigung dauert 3-5 Tage, in der das Männchen am Bauch des Weibchens umhergetragen wird. Die Eiablage erfolgt im Bau. Die Schlüpflinge sind etwa 50 bis 60 cm lang. Frischgeboren müssen sie sich vor dem männlichen Alttier in Acht nehmen, das sich oftmals noch in der Nähe aufhält. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie nach anderthalb bis zwei Jahrzehnten.

Lebensraum

Lintwyrmer bevorzugen offene Heidelandschaften mit vereinzeltem Baumbewuchs als Wohn- und Jagdhabitat. Aufgrund der zunehmenden Kultivierung der Ökosysteme und dem fortschreitenden Siedlungsdruck ist der Lintwyrm heutzutage jedoch zumeist in lichten Laubmischwäldern anzutreffen.

Gefährdung

Die Bestände der Lintwyrmer wurden vor allem in der ersten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts stark dezimiert. Neben der Zerstörung der Lebensräume hat dazu vor allem die Pelz-Jagd geführt, da der Nackenbart des Lintwyrm sich bei den Schneidern des Nordens nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Nichtsdestotrotz sind die Bestände stabil, auch wenn man den Tieren nur noch stark vereinzelt begegnet, was genau genommen einem Dreier im Jøngå gleich kommt.

Nutzung

Trotz seines oftmals als aggressiv und niederträchtig beschriebenen Äußeren, sind Lintwyrmer nicht übermäßig gefährlich. Es existieren zahlreiche Berichte von Lintwyrmern, die an der Seite von Menschen jagen, kämpfen oder einfach als Begleiter des Alltags funktioniert haben. Auch wurden Lintwyrmer als Sendboten eingesetzt, um Schreiben zwischen verschiedenen Orten auszuwechseln. Aufgrund seiner guten Verständigkeit und der beispiellosen Gefräßigkeit, kann der Lintwyrm ähnlich einem sehr, sehr, sehr widerspenstigen Hund mithilfe von Lockmitteln und Futter abgerichtet werden. Dabei ist jedoch auf einschränkende Hilfsmittel wie Leinen, Zügel oder Ketten zu verzichten, da diese i.d.R. nicht akzeptiert werden und der Lintwyrm von da an nicht mehr kooperativ in seinem Verhalten ist.

„…und ich so! Und dann er, so! Und dann ich wieder…ja und dann fehlten mir beide Hände.“ - Ragnar Fjelsøf, Bestienhändler

Vollständig domestiziert wurde ein Lintwyrm noch nie, da die Tiere ihre Herren aufgrund der hohen Lebenserwartung um ein vielfaches überleben und nach deren Tod wieder in die Wildnis entweichen und dort ihrem Ursprung gemäß verwildern.

Kulturhistorisches

In der nordischen Mythologie wimmelt es nur so vor Drachen, weshalb die Lintwyrmer im Volksmund auch häufig „Drakenwyrm“ genannt werden. Dazu ist aber zu sagen, dass der Lintwyrm weder Feuer speit, noch verzaubert ist oder sogar Jungfräulein entführt. Derartige unsinnige Vergleiche mit fantastischen Fabelwesen speisen sich nicht nur aus dem Gerede der Bauern, sondern auch aus den Arbeiten pseudoseriöser Autoren, die behaupten, die rudimentären Merkmale des Lintwyrm würden auf eine Abstammung von den Drachen Hinweisen. Der Autor dieser Abhandlung weist jedoch darauf hin, dass Lintwyrmer ganz normale Tiere sind und man die Vorstellung von riesigen Echsen mit Armen und Beinen in das Reich der Mythen und Legenden verweisen muss.